
Die SPD steht geschlossen hinter ihren beiden Stadträten Ludwig Kerscher (5.v.l.) und Martin Schmauser (3.v.re.) – mit dabei der ausscheidende Stadtrat Josef Eisenhut (2.v.li.) und die beiden Ortsvorsitzenden Barbara Kasberger (re.) und Marco Lang (2.v.re.) sowie die weitere Mitglieder
SPD Geiselhöring stellt Weichen für die Zukunft
SPD Geiselhöring zieht Bilanz und blickt nach vorn – Mitgliederversammlung mit Ehrungen und Neumitgliedern
Bei der Mitgliederversammlung der Geiselhöringer SPD im Gasthof Erl standen sowohl die Analyse der Kommunalwahl als auch der Ausblick auf die kommenden Jahre im Mittelpunkt. Die Ortsvorsitzenden Barbara Kasberger und Marco Lang begrüßten zahlreiche Mitglieder, darunter die beiden frisch gewählten Stadträte Ludwig Kerscher und Martin Schmauser.
Rückblick auf die Kommunalwahl
In ihrer Eröffnung dankte Kasberger allen Kandidatinnen, Kandidaten und Unterstützern für ihren Einsatz. Sie gratulierte den beiden neuen Stadträten und würdigte den ausscheidenden Stadtrat Josef Eisenhut für dessen langjähriges Engagement. Das Wahlergebnis bezeichnete sie als „nicht prickelnd“, besonders vor dem Hintergrund des erstmaligen Einzugs der AfD in den Stadtrat. Wie CSU und Freie Wähler habe auch die SPD ein Mandat verloren und liege nun bei rund 12 Prozent. Kasberger betonte die Notwendigkeit, kritisch zu analysieren und Konsequenzen zu ziehen; eine Zusammenarbeit mit der AfD komme für die SPD nicht in Frage.
Stadtrat und Bürgermeisterkandidat Ludwig Kerscher blickte dennoch positiv auf den Wahlkampf zurück: „Wir haben einen emotionalen und intensiven Wahlkampf geführt und wichtige Themen besetzt.“ In der kommenden Amtsperiode wolle er eng mit den demokratischen Kräften zusammenarbeiten und sich besonders für Jugendförderung, Freizeitangebote und sozialen Wohnungsbau einsetzen. Die SPD sei mit ihren zwei Mandaten „das bekannte Zünglein an der Waage“, da keine Partei über eine eigene Mehrheit verfüge.
Neustadtrat Martin Schmauser berichtete von seinen positiven Erfahrungen im Wahlkampf und seiner aktuellen Einarbeitungsphase in die Gemeindeordnung. Auch er betonte klar, dass eine Kooperation mit der AfD ausgeschlossen sei.
Aussprache und Einordnung
In der anschließenden Aussprache wurden verschiedene Punkte des vergangenen Wahlkampfs kritisch beleuchtet. Darüber hinaus habe die bundespolitische Stimmung das lokale Ergebnis spürbar beeinflusst. Besonders ins Gewicht fällt, dass derzeit vier Ortsteile ohne eigenen Stadtrat vertreten sind – ein Umstand, der bei der zukünftigen Arbeit berücksichtigt werden müsse.
Ausblick auf die Arbeit des Ortsvereins
Der Ortsverein plant für die kommende Zeit sichtbare Präsenz im Stadtleben: die Teilnahme am Bürgerfest 2026 sowie die Neuauflage der 2025 erstmals organisierten „Tafel der Nationen“. Zudem solle die politische Beteiligung von Frauen gestärkt werden, da sie im Ortsverein wie im Stadtrat unterrepräsentiert sind.
Mit Spannung erwartet die SPD die erste Stadtratssitzung der neuen Wahlperiode. Besonders die Wahl der zweiten und dritten Bürgermeister verspricht Brisanz. Da die CSU ohne eigene Mehrheit agiert und die bisherigen Sondierungen innerhalb der demokratischen Parteien kein Ergebnis erbracht haben, sieht die SPD weiterhin Handlungsbedarf. Die anstehenden sechs Jahre werden für die Stadt herausfordernd: Viele Pflichtaufgaben stehen an, gleichzeitig fehlen finanzielle Spielräume für eigene Entwicklungen.
Ortsvorsitzender Marco Lang kündigte an, dass die SPD „ihren Hut in den Ring werfen“ und Ludwig Kerscher für das Amt des zweiten oder dritten Bürgermeisters nominieren werde.
Mit solidarischem Zusammenhalt und dem gemeinsamen Ziel, auch künftig kommunalpolitische Verantwortung zu übernehmen, schloss die Mitgliederversammlung der SPD Geiselhöring.