Bonhoeffer-Wochen: Beitrag aus Straubing

Veröffentlicht am 07.06.2010 in Veranstaltungen

Erinnerungen an das Ende des Zweiten Weltkrieges in Straubing lieferten unter anderem (von links) Hans Hundhammer, Irene llgmeier, Fritz Keller, Herta Neumeier und Helmut Erwert mit seiner Frau bei einer Gesprächsrunde anlässlich der Wanderausstellung zu Dietrich Bonhoeffer.


NIE WIEDER KRIEG!

Zeitzeugen berichteten anlässlich der Bonhoeffer-Ausstellung in der Sparkassenhalle

Anlässlich der Bonhoeffer-Ausstellung in Straubing traf sich die Straubinger SPD 60plus zum Zeitzeugengespräch. Im vollbesetzten Cafe Röhrl erzählten viele SeniorInnen über ihre Erlebnisse zum Kriegsende. Der allgemeine Tenor: NIE WIEDER KRIEG!

Derzeit informieren Schautafeln in der Schalterhalle der Straubinger Sparkasse über das Leben und Wirken des The­ologen Dietrich Bonhoeffer, der am 9. April 1945, noch nicht einmal 40-jährig, im Konzentrationslager Flossenbürg von den Nazis hinge­richtet wurde. Zum Rahmenpro­gramm der Ausstellung gehörte die Gesprächsrunde „Zeitzeugen be­richten".

Die 81-jährige Herta Neu­meier, zeitlebens als Kind einer „al­ten Sozi-Familie" ein politischer Mensch, erfuhr den Krieg in Zusam­menhang mit der Inhaftierung des Vaters in Dachau mit Ernteeinsät­zen oder beim Hopfenpflücken als Schülerin bei Bauern, aber auch als Mitglied beim „Bund deutscher Mä­del". Nach dem Verbot der Sozialde­mokraten trafen sich diese zum „Fußballschauen" am Fenster der elterlichen Wohnung neben einem Fußballplatz. Bei der Bombardierung Straubings am 18. April 1945 wurde auch das Haus ihrer Familie zerstört. Sie fand Unterschlupf bei Verwandten in Deggendorf, sah dort die ersten „bis auf die Zähne bewaffneten Amerikaner in allen Hautfarben". Auch an die Todesmärsche durch Straubing kann sie sich erinnern und an die notdürftige Versorgung der Familie, für die sie als junge Frau zeitweise alleine aufzukom­men hatte.

So animiert, konnten einige der anwesenden Zeitzeugen des Endes des Zweiten Weltkriegs in Straubing von ihren Erinnerungen berichten, die sich tief in ihren Seelen einge­prägt hatten. Die eine geriet als Hausmädchen in Stuttgart in fran­zösische Gefangenschaft, der andere lernte dort seine Straubinger Frau kennen und kehrte mit dieser nach der Pensionierung nach Straubing zurück. Anni Mauser aus der bekannten Straubinger Musikerfamilie konnte von ihren musikalischen Unterhal­tungseinsätzen für die Bewacher im Konzentrations­lager Flossenbürg erzählen. Einig war man sich in der Forderung: NIE WIEDER KRIEG! und dem Bestreben als Zeitzeugen den jüngeren Generationen die Erfahrungen und Erlebnisse aus erster Hand zu vermitteln.

 

Homepage Arbeitskreis Labertal

Google Kalender

120 Jahre BayernSPD

Testen Sie uns!

BayernSPD News

Mitentscheiden