Eintreten für Freiheit und Demokratie - Ausstellungsreihe zu Nationalsozialismus und Gewerkschaften im Labertal

Veröffentlicht am 28.04.2011 in Ortsverein

Das Eintreten für Demokratie, individuelle Menschenrechte, Freiheit und freie Gewerkschaften ist der Auftrag, der nachfolgenden Generationen aus der bitteren Erfahrung des Nationalsozialismus mitgegeben werden muss. In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) in der Region Landshut ist es gelungen, auch in diesem Jahr in drei Landkreisen eine Wanderausstellung zu organisieren. Im April und Mai wird die Ausstellung der Hans-Böckler-Stiftung „… gerade Dich, Arbeiter, wollen wir“. – Nationalsozialismus und freie Gewerkschaften im Mai 1933 an der Volksschule Rottenburg, an der Volksschule Mallersdorf-Pfaffenberg, am Johannes-Nepomuk-Gymnasium in Rohr und im katholischen Pfarrheim Geiselhöring zu sehen sein. Die Ausstellung ist an der Volksschule Mallersdorf-Pfaffenberg vom 02.05.2011 ab 18 Uhr bis 09.05.2011 zu besichtigen. Besuche der Ausstellung müssen mit dem Sekretariat der Grundschule (08772/96485-37) abgestimmt werden. Die Eröffnung der Ausstellung findet am Montag um 18h statt.

Über die Landkreisgrenzen hinweg haben die Organisatoren in der Region diese Ausstellungsreihe organisiert, um ein Zeichen gegen das Vergessen zu setzen. Aber auch, um klar zu machen, dass es sich auch heute noch lohnt, für soziale Gerechtigkeit und faire Löhne einzutreten. An Ausstellungsorten, die nicht in einer Schule sind, werden die Aktionen von SPD-Ortsvereinen des Arbeitskreises Labertal durchgeführt. In Mallersdorf-Pfaffenberg tritt Marktgemeinderat Martin Kreutz als Organisator auf. Dank der Unterstützung der Rektoren Glöbl (Mittelschule Mallersdorf-Pfaffenberg) und Plomer (Grundschule Mallersdorf-Pfaffenberg), die sich schnell für die Durchführung der Ausstellung begeisterten, ist dies möglich.

Am 2. Mai 1933, zerschlugen die Nazis mit der Erstürmung der Gewerkschaftshäuser die legitime Vertretung der deutschen Arbeitnehmerschaft. Gewerkschaftsfunktionäre wurden eingesperrt, gefoltert und ermordet. Am 23. März 1933 wurde gegen die Stimmen der Sozialdemokraten das Ermächtigungsgesetz im Reichstag verabschiedet und die Demokratie praktisch abgeschafft. Und nur wenige Wochen später, nachdem die Macht in Deutschland an die Nationalsozialisten ausgeliefert worden war, gehörten damit Gewerkschaften und ihre Repräsentanten ebenso wie demokratische Parteien und Politiker zu den ersten Opfern des Naziterrors.

Mit dieser Ausstellung soll an die Ereignisse am 1. und 2. Mai 1933 erinnert werden. Die Nationalsozialisten haben damals den Begriff „Gleichschaltung“ der Gewerkschaften verwendet. In der Realität kam es aber zu einer Zerschlagung der freien, traditionell sozialdemokratisch ausgerichteten Interessenvertretungen. Die Konsequenzen waren die Beschlagnahmung der Gewerkschaftshäuser und des Vermögens bis hin zu Inhaftierung und politischem Mord. Gründlich und zielstrebig wurde die Arbeiterbewegung vom NS-Regime zerschlagen, denn in einem NS-Staat war kein Platz für freie, unabhängige und der Demokratie verpflichtete Gewerkschaften.

Gerade der jungen Generation müssen die Gefahren des Rechtsextremismus vor Augen geführt werden, damit die braunen Wiedergänger keinen Fußbreit Platz in der Gesellschaft finden. Der Einsatz für demokratische Parteien und Institutionen ist ein Beitrag zur Sicherung des Friedens. Nicht umsonst haben die Väter des Grundgesetzes die Freiheit von Glauben, des Gewissen und Religion den Deutschen ins Stammbuch geschrieben. Dazu kommt die Meinungs- und Pressefreiheit, die Freiheit der Lehre, Kunst und Forschung und die Versammlungsfreiheit. Rechte, die den Menschen ermöglichen sollen, „nie wieder Krieg, Angst und Verfolgung erleiden zu müssen“.

 

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