Allgemein
14.07.2010 in Allgemein von Arbeitskreis Labertal
v.l.: Judith Wintersberger, Ruth Müller (OV Pfeffenhausen), Thomas Schug, Johann Kolbeck (OV Rohr); Michaela Mader-Hampp, Georg Riedl (OV Rohr), Vorne sitzend: Pfarrerin Barbara Dietrich, Claudia Ziegler
Bonhoeffer-Ausstellung in Abensberg eröffnet
Zeitzeugen sein – für gestern, heute und morgen
Die vorletzte Station der Bonhoeffer-Ausstellung in Zusammenarbeit mit der SPD und den evangelischen Kirchen in der Region wurde am Sonntag mit einem feierlichen Gottesdienst in der Abensberger Johanneskirche eröffnet. „Fast so voll wie an Weihnachten“, freute sich Pfarrerin Barbara Dietrich über den guten Besuch zum Themengottesdienst „Bonhoeffer“.
06.07.2010 in Allgemein von Arbeitskreis Labertal
von links: Rainer Pasta (Arbeitskreis Labertal), Bernhard Roos (MdL, Passau), Florian Pronold (MdB, Landesvorsitzender SPD),Reinhard Schwikowski (Vorsitzender SPD Saal), Franz Peter Sichler (Vorsitzender SPD Kelheim), Reinhold Perlak (MdL Straubing) bei der Ausstellungseröffnung
Kämpfer für Freiheit und Demokratie
Im Kelheimer Einkaufscenter erzählt eine Ausstellung über das Leben des evangelischen Priesters, der im KZ Flossenbürg starb.
Im ersten Stock des Kelheimer Einkaufszentrums ist anlässlich des 65. Todestages des evangelischen Theologen Dietrich Bonhoeffer, der im Zweiten Weltkrieg für Freiheit und Demokratie eingetreten ist, eine Ausstellung über dessen Leben und Wirken zu sehen.
06.07.2010 in Allgemein von Arbeitskreis Labertal
v.l.: Rainer Pasta, Bernhard Roos MdL, Reinhold Perlak MdL, Sebastian Hobmeier, Reinhard Schwikowski, Franz Peter Sichler
Kranzniederlegung an der KZ-Grab- und Gedenkstätte Saal
Im Rahmen der Ausstellungseröffnung in Kelheim besuchten die SPD Landtagsabgeordneten Reinhold Perlak und Bernhard Roos mit Sebastian Hobmaier, derzeit amtierender Bürgermeister in Saal, die Gedenkstätte des Außenlagers Flossenbürg und legten einen Kranz der BayernSPD nieder. "Die Überlieferung weiß", so Sichler in seiner Erinnerung an das Außenlager Saal, "dass dies eines der grausamsten Lager gewesen sein muss". Um die 600 Gefangene seien hier gestorben. Reinhard Schwikowski mahnte: "Kalte Gleichgültigkeit, versteckte Intoleranz und manchmal kalter Hass", hätten dieses nicht vorstellbare Elend über Andersdenkende gebracht. Nur wer die Augen vor dieser Vergangenheit nicht verschließe, könne in Zukunft ähnliches verhindern. Sich zur Demokratie zu bekennen heiße auch, den Anfängen jeglicher Ausgrenzung zu wehren.
22.06.2010 in Allgemein von Arbeitskreis Labertal
v.r.: Bürgermeister Werner Braun; SPD OV-Vorsitzender Armin Buchner; Rainer Pasta, Sprecher SPD AK Labertal; Ruth Müller, SPD-Kreisvorsitzende Landshut; Pfarrer Thomas Klenner, MdB Florian Pronold; Renate Kuntze, Kreisrätin; Dieter Gipser SPD OV-Mallersdorf; Hartmut Gust und Madlen Melzer stv. SPD OV-Vorsitzende bei der Ausstellungseröffnung
„Dem Rad in die Speichen fallen!“
Bewegender Gottesdienst zur Ausstellungseröffnung
Es war eine bewegende Feier zur Eröffnung der Dietrich-Bonhoeffer-Ausstellung in der evangelischen St.-Paulus-Kirche am Sonntagvormittag. Ein großes Wagenrad prägte den Altarraum und wies auf einen berühmten Satz des evangelischen Pfarrers und Theologen hin, den er bereits im Frühjahr in seinen Schriften und Predigten gegen die Machtergreifung durch die Nazis für die Bekennende Kirche formuliert hatte: „Die dritte Möglichkeit besteht darin, nicht nur die Opfer unter dem Rad zu verbinden, sondern dem Rad selbst in die Speichen zu fallen.“ Pfarrer Thomas Klenner hatte dazu einen bewegenden Familiengottesdienst gestaltet, der musikalisch von Volker Rinza, Euphemia Geiselhöring, beeindruckend begleitet wurde. Dass wir auch in der Gegenwart besonders „die schlichten, einfachen, geraden Menschen brauchen“ (Bonhoeffer), um gefährlichen Entwicklungen in Staat und Gesellschaft in die Radspeichen zu fallen, machten einige Männer und Frauen mit ihren kurzen Beiträgen deutlich, die sie an die Radspeichen hefteten. Zivilcourage zeigen ist eine Lehre aus dem Widerstand bis zum Tod des Dietrich Bonhoeffer gegen das mörderische NS-Regime. Tief bewegende Fotos von halb verhungerten Kindern in KZs entlarvten verharmlosende Parolen der Gegenwart über das Hitler-Regime.
20.06.2010 in Allgemein von Arbeitskreis Labertal
„Dem Rad in die Speichen fallen!“ - STOPP! Wir zeigen Zivilcourage!
Bei der Eröffnung der Bonhoeffer-Ausstellung in Schierling rief Pfarrer Klenner die Anwesenden auf: Macht mit! Wir tragen jetzt die Verantwortung und wir bekennen jetzt: „STOPP! Wir zeigen Zivilcourage!“
In diesem Zusammenhang fiel auch das bekannte Zitat des evangelischen Theologen Friedrich Niemöller*:
Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat.
Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich nicht protestiert; ich war ja kein Gewerkschafter.
Als sie die Juden holten, habe ich nicht protestiert; ich war ja kein Jude.
Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.
Einer der wohl eindringlichsten Belege dafür, dass die Haltung Dietrich Bonhoeffers „Dem Rad in die Speichen fallen!“ uns allen auch heute noch als Hinterlassenschaft geblieben ist. Es kann nicht sein, dass wir uns auf uns selbst zurückziehen und aus allem heraushalten wollen. Wer nicht seine eigene Verantwortung erkennt und sich engagiert in Vereinen, Verbänden oder Parteien, darf sich nicht wundern, wenn es einmal auch für ihn heißt: Es gab keinen mehr, der protestieren konnte!“
*Emil Gustav Friedrich Martin Niemöller (* 14. Januar 1892 in Lippstadt; † 6. März 1984 in Wiesbaden) war ein deutscher Theologe und führender Vertreter der Bekennenden Kirche sowie Präsident im Ökumenischen Rat der Kirchen. Während er anfänglich dem Nationalsozialismus positiv gegenüberstand, entwickelte er sich während des Kirchenkampfes und seit 1937 als Häftling im Konzentrationslager Sachsenhausen allmählich zum Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus.